Erasmus à Lille

In diesem Blog möchte ich meine Erlebnisse als Erasmus-Student während meiner zwei Semester in Frankreich (Lille) schildern. Lille, eine Metropole im Norden Frankreichs, wird ab 1. September 2005 meine Heimat für 10 Monate werden. An meinem Leben als Erasmus-Student, den vielen neuen Eindrücken beim Umzug in ein fremdes Land und allem was mich noch erwartet, möchte ich euch auf diesem Wege teilhaben lassen.

Monday, December 05, 2005

Französischkurs

Warum stehe ich am Samstag um 08:00 freiwillig auf, um einen Französischkurs zu besuchen, der mir weder für's Studium, noch sprachlich allzuviel bringt?

Vielleicht tue ich es, um mir jedesmal neuerlich anzuhören, was für ein fauler Sack ich doch bin, weil ich nur 4 von 7 mal anwesend war. (Nein, ich werde nicht direkt angesprochen, und bin bei weitem nicht der einzige betroffene). (Wenn eine Einheit während einer Ferienwoche stattfindet, stehen die Chancen eben gut, dass viele Studenten nicht kommen. Gleiches gilt, wenn eine weitere Einheit an einem Tag stattfindet, wo live, die Studentenorganisation für Erasmusstudenten eine Reise nach Boulogne veranstaltet. Und wenn ich krank bin, wie bei der dritten, versäumten Einheit, dann komme ich auch nicht.)
Vielleicht tue ich es, um mir jedesmal neuerlich anzuhören, wie arm Frau Professor doch ist, weil sie 40min mit Öffis zur Uni fahren muss.
Vielleicht tue ich es, um interessante, lehrreiche und aufregende Artikel über nie dagewesene Themen wie Kindererziehung udgl. lesen zu können.
Vielleicht tue ich es, um mir anzuhören, wie uninteressiert wir doch allesamt seien, weil sich niemand an den Diskussionen zu genannten Themen beteiligen will.
Vielleicht tue ich es, um mir anzuhören, wie mittelmäßig unsere abgegebenen Aufgaben doch gewesen seien (naja, wenn der Anzipffaktor groß genug ist, werden Aufgaben eben in 15min vor dem Kurs hingekritzelt. Was soll man dann erwarten?). (Als Gegenmaßnahme habe ich nun die letzten beiden Aufgaben nicht mehr gemacht, und muss mich deshalb durch Schimpftiraden in diese Richtung nicht mehr betroffen fühlen).
Vielleicht tue ich es, um mir anzuhören, dass in Frankreich nur die besten Studenten bleiben können. (Eine Absichts meinerseits in dieser Richtung war mir nicht bekannt, aber Frau Professor weiß da sicher mehr als ich)
Vielleicht tue ich es, um mir sagen zu lassen, dass Frau Professor bei einigen von uns Sorgen hat, wenn sie an die kommende Prüfung denkt. (Je m'en fous, Madame!)

Da mir keiner der genannten Gründe plausibel erscheint, bitte ich um Auskünfte: Warum werde ich kommenden Samstag wieder um 08:00 aufstehen, um ein letztes Mal zum Kurs zu gehen? (Prüfung, *zitter* ;-)

PS.: Ich habe seit 3 Monaten täglich mit der französischen Sprache zu tun. Ich lese, spreche, höre und schreibe Französisch. Was genau soll es mir bringen, eine sinnlose Aufgabe in Französisch für den Samstag vormittag zu machen, Frau Professor?

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