Erasmus à Lille

In diesem Blog möchte ich meine Erlebnisse als Erasmus-Student während meiner zwei Semester in Frankreich (Lille) schildern. Lille, eine Metropole im Norden Frankreichs, wird ab 1. September 2005 meine Heimat für 10 Monate werden. An meinem Leben als Erasmus-Student, den vielen neuen Eindrücken beim Umzug in ein fremdes Land und allem was mich noch erwartet, möchte ich euch auf diesem Wege teilhaben lassen.

Tuesday, December 06, 2005

Aachen in Lille

Diesen Sonntag war eine von live organisierte Busreise nach Aachen geplant, um dortigen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Eigentlich hätte die Reise am Samstag stattfinden sollen, was eine Teilnahme meinerseits unmöglich gemacht hätte (siehe Posting zum Französischkurs), "glücklicherweise" wurde sie aber doch noch verschoben.
So rüttelte ich mich also am Sonntag um 07:15 aus dem Bett um zu packen, und rechtzeitig um 08:30 bei der Métrostation zu sein.
Nach ca. 15min Wartezeit tauchten dann auch zwei Busse auf, in die wir frohen Mutes einstiegen. Da wir mittlerweile eine gewisse Unpünktlichkeit und schlechte Organisation ja gewohnt sind, dachten wir uns noch nicht viel dabei, als wir um 09:00, also 30min nach dem geplanten Abfahrtszeitpunkt immer noch nicht vom Fleck gekommen waren. Um 09:15 wurde uns dann erklärt, dass die Busfahrer auf irgendwelche wichtigen Papiere warteten, die per Post nicht gekommen waren (??). Nach vielen weiteren, langen Warteminuten kam die Frau Chefin des Unternehmens schließlich im Auto dahergeflitzt, und brachte die "Papiere". Um 10:00 traten wir nun also endlich unsere Reise an.
Wir kamen ca. 300m weit. Ein Live-Mädel bewies große navigationstechnische Fähigkeiten, indem sie den Bus statt in Richtung Autobahn auf einen Parkplatz manövrierte. Tja, und der Busfahrer bewies große Berufsuntauglichkeit, indem er es schaffte, das Heck seines Fahrzeugs beim Umdrehen auf dem (leeren!) Parkplatz so zu zerstören, dass eine Weiterfahrt mit diesem Bus nicht mehr möglich war. Nachdem wir wegen des Gerüchts, ein anderer Bus würde kommen, weitere 30min gewartet hatten, gab es schließlich das endgültige Aus. Wir durften uns dann noch eine Rede der Firmenchefin anhören, die uns keinerlei französische Sprachkompetenz zutraute, und deshalb mehr mit den Händen als mit Sprache zu verstehen gab, dass wir unser Geld zurückbekommen würden (na das hoffe ich doch mal), und uns versicherte, dass es sich bei ihrem Unternehmen um eines der seriösen Sorte handelte. Nun, dem will ich nicht gleich wiedersprechen, aber um eines der verlässlichen Sorte handelt es sich wohl nicht unbedingt.

Den Nachmittag (der Vormittag war ja schon beinahe dahin) nützten wir für einen Ausflug nach Lille, wo es ebenfalls einen Weihnachtsmarkt am Place Rihour gibt. Erstmal gönnten wir uns aber café, chocolat chaud etc. in einem Kaffee. Anschließend wurde die Entscheidung gefällt, Arieh Potère, auch bekannt als Harry Potter im Kino anzuschauen. Da wir noch eine Stunde bis zu Vorstellungsbeginn hatten, besuchten wir wiedereinmal le furet du Nord, und wie immer kam ich nicht umhin, mit einem neuen Buch wieder herauszukommen. In diesem Fall sind es sogar drei, nämlich drei Bände "Bescherelle". La grammaire, La Conjugaison und L'Ortographe, damit die kalten Winterabende nicht langweilig werden ;-)
Der Film war...naja, ich hatte wenig geschlafen, aber dennoch fielen meine Augen einige Male zu. Ganz ok, aber keineswegs herausragend.
Nach Vin Chaud und Baguette Flambée am Weihnachstmarkt gönnten wir uns schließlich noch eine Fahrt am Grande Roue, bevor wir zu Lernzwecken wieder in unsere jeweiligen Unterkünfte zurückkehrten.

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