Erasmus à Lille

In diesem Blog möchte ich meine Erlebnisse als Erasmus-Student während meiner zwei Semester in Frankreich (Lille) schildern. Lille, eine Metropole im Norden Frankreichs, wird ab 1. September 2005 meine Heimat für 10 Monate werden. An meinem Leben als Erasmus-Student, den vielen neuen Eindrücken beim Umzug in ein fremdes Land und allem was mich noch erwartet, möchte ich euch auf diesem Wege teilhaben lassen.

Wednesday, November 30, 2005

Nui...äh...Neuigkeiten!

Ist es beunruhigend, wenn man jeden Eintrag mit "Nuisances" betiteln möchte?

Nun, es gibt auch eine Menge erfreuliche Dinge.

Am Samstag den 26.11. hatten wir geplant, nach Brügge zu reisen, dort zu übernachten, und am Sonntag Gent zu besichtigen. Um günstigstmöglichst zu Reisen hätten wir aber sehr pünktlich den Französischkurs verlassen müssen, da wir innerhalb von 40min die Stadt durchqueren hätten müssen, um den Bus zu erwischen. Durch verschiedene Umstände wurde das gleichmal vereitelt. Pete irritierte mich, indem er (unabsichtlich! Er hatte nicht mitbekommen, dass der Kurs eigentlich schon zu Ende war) um 12:03 eine Diskussion mit der Lehrerin begann, welche dann auch bis 12:10 dauerte. Wir liefen zur Metrostation - um dort niemanden vorzufinden. Es sollte noch zehn weitere Minuten dauern, bis Oriane und Martin auftauchten, gemütlichen Schrittes, lachend und tratschend. Meine Stimmung war zugegebenermaßen schon ziemlich getrübt - Reisen zu organisieren ist zwar angenehm, aber dennoch ein wenig Aufwand, und wenn sich dann niemand um Termine kümmert, verärgert mich das doch ein wenig. In richtigen Unmut wurde meine Stimmung aber durch die nächste Meldung von Martin verkehrt - er würde nicht mitkommen. Bei "dem Wetter" hatte er kein Interesse an der Reise. Nett. Was hatte er erwartet, in le Nord? Weiters würden auch Karolina und Magda nicht an der Reise, da sie dank mitternächtlichem Spaziergang im Schneetreiben krank geworden waren. Nachdem wir von Martin noch das Versprechen erhalten hatten, er würde in der Jugendherberge anrufen, und die Reservierung ändern, machten wir uns zu dritt auf den Weg. Den Bus hatten wir klarerweise verpasst, weshalb wir uns zum Bahnhof begaben. Während wir auf den Zug warteten, nutzte ich die Gelegenheit um meine ersten "Frites" zu essen. Was soll ich sagen - für ein typisches Gericht der Region eher sehr gewöhnlich ;-)
Nach einer relativ kurzen Fahrt erreichten wir Brügge. Das Wetter hatte sich inzwischen etwas gebessert. Dies sollte allerdings nur Täuschung sein. Sobald wir uns auf den Weg zur Jugendherberge Charlie Rockets gemacht hatten, mussten wir auch schon den Regenschirm auspacken. Während uns Vorzeigeengländer Pete zuerst wie üblich versichern wollte, es handle sich keineswegs um Regen, lediglich um erhöhte Luftfeuchtigkeit, überlegte er sich es jedoch bald anders, und stülpte sich eine Kapuze über den Kopf.
In der Jugendherberge mussten wir feststellen, dass Martin sein Versprechen keineswegs eingelöst hatte, und noch immer sechs Leute erwartet wurden. Da wir früh genug angekommen waren, mussten wir schließlich doch nicht das ganze Zimmer bezahlen. Trotzdem hatte sich meine Stimmung durch die Aussicht, für zwei Betten statt für eines bezahlen zu müssen, nicht verbessert.
Den Samstag verbrachten wir dann damit, das touristische Brügge zu besichtigen. Wenn man's nicht wüsste, man könnte sich in einer englischen Stadt wähnen, wenn man durch die Straßen schlendert. Brügge ist voll mit Engländern. Zu geschätzten 70%, zumindest im Zentrum. Der Rest teilt sich dann vermutlich auf 20% andere Touristen, und 10% Einheimische auf. Eine schöne Stadt - die häufige Bezeichnung "Venedig des Nordens" ist nicht unverdient.
Am Abend weigerte sich Pete das zu essen, was er als "Drunk-Food" bezeichnet: Kebap, Frites & co. Deshalb konnte ich die kleinste Pizza seit Jahren genießen, die jedoch recht gut war.
Die Nacht verbrachten wir schließlich zu dritt im 6-Bett-Zimmer, bis 03:00 konnten wir allesamt kein Auge schließen, wegen unglaublich nervtötendem Techno-Bumm-Dumm vom unteren Stock. Charlie Rockets möchte nämlich zusätzlich zur JH eine Bar sein, dem Interieur nach eine Biker-Bar. Irgendjemand hat dem Besitzer aber zu sagen vergessen, welche Art von Musik damit üblicherweise einhergeht. Alle 20min wurde die Lautstärke dann erhöht, das ganze bis 04:00.
Den Morgen verbrachten wir dann damit, Frühstück zu finden, da Oriane das JH-Frühstück nicht mochte, und sich sicher war, etwas günstigeres zu finden (3 Euro in der JH. Ja, Oriane, nicht jeder will ein Pain au chocolat zum Frühstück, manche möchten lieber Kaffee, den's in der Boulangerie nicht gibt!). Schließlich bezahlten wir ca. 7 Euro in einer Sandwicherie - Sandwich und Kaffee waren aber zugegebenermaßen ziemlich gut.
Nach einer neuerlichen Zugfahrt erreichten wir schließlich Gent, wo wir den Sonntag verbrachten. Vielleicht lag es am Wetter, aber wir fanden Gent nicht sonderlich aufregend. Durchaus eine nette Stadt, aber mehr als den Sonntag-Nachmittag hätten wir nicht unbedingt dort verbringen wollen. Zu Mittag aßen wir Suppe, da alles andere unerschwinglich teuer war. Vor der Heimreise besichtigten wir noch ein Schloss, von wo aus wir auch einen guten Blick über die Stadt hatten.

Oh, ja, nur um mich zu verteidigen (siehe Petes Blog): In der Jugendherberge verbrachte Pete auch einige Zeit damit, Monty-Python-Zitate zum Besten zu geben ;-)

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