Erasmus à Lille

In diesem Blog möchte ich meine Erlebnisse als Erasmus-Student während meiner zwei Semester in Frankreich (Lille) schildern. Lille, eine Metropole im Norden Frankreichs, wird ab 1. September 2005 meine Heimat für 10 Monate werden. An meinem Leben als Erasmus-Student, den vielen neuen Eindrücken beim Umzug in ein fremdes Land und allem was mich noch erwartet, möchte ich euch auf diesem Wege teilhaben lassen.

Wednesday, September 28, 2005

Internetchaos...

...oder: Die Bestätigung, dass alle Telekomunternehmen blöde und unbrauchbar sind.
Die Kurzfassung einer langen Geschichte: Ich warte jetzt seit mittlerweile exakt einer Ewigkeit auf den Internetanschluss in meinem Zimmer. Erstmal musste ich 10 Tage untätig abwarten, bis mir meine französische Bank meine genauen Kontodaten zugesendet hatte (weil hierzulande BLZ und Kontonummer nicht ausreichen). Als ich diese dann endlich hatte, wollte mir die Website von Neuf.fr unter meiner Telefonnummer nur mehr Modemzugang erlauben. Deshalb habe ich beim "Konkurrenten" Cegetel bestellt, der wie ich mittlerweile weiß zwar die schlechtere Website hat, aber zum gleichen Unternehmen gehört. Tja, Cegetel schwieg 10 Tage lang, bis ich telefonisch nachfragte, was denn mit meiner Bestellung passiert sei. Die offensichtlich inkompetente, aber freundliche Dame am anderen Ende der Leitung wollte mir meinen Namen nicht glauben, weil Cegetel noch einen anderen Vertrag für meine Telefonleitung laufen hatte. Aus diesem Grund hatte auch das System meine Bestellung angeblich ignoriert. Da mir Cegetel nun zu unzuverlässig schien, habe ich erneut bestellt, diesmal bei Neuf-Telecom. Dies schien nun auch besser zu funktionieren, ich bekam eine Bestätigung der Bestellung, und muss angeblich "nur noch" ca. 15 Tage warten. Tja. Und heute bekam ich noch eine Bestätigung. Nämlich von Cegetel, dem Unternehmen, das sich freut, mich als neuen Kunden begrüßen zu dürfen. Ganz, ganz großartig. Erneutes Telefonat mit Cegetel, Auskunft: Ich muss meine Bestellung schriftlich stornieren. ARGHL!
Ich weiß, wie das enden wird. Cegetel und Neuf werden sich mit France-Telecom um meine Leitung streiten, sodass bis Weihnachten nichts funktionieren wird.

Nichtmal auf der Uni kann ich ins Netz - für die Erasmus-Studenten gibt's noch keine Studentenausweise, und damit keinen Netzzugang irgendeiner Art. Habe mir soeben trotzdem 1h in der Bibliothek erkämpft, die soeben zu Ende geht.

Monday, September 12, 2005

französische Verkehrsregeln

Französische Verkehrsregeln kann man mit zwei Wörtern recht passend charakterisieren: nicht existent.

Warum z.b. müssen alle immer am Gehsteig parken? 20m weiter gibt's massenhaft reguläre Parkplätze, aber um auf diese unnötige Gehleistung verzichten zu können, parken Franzosen generell direkt dort, wo sie hinwollen. Parkplätze sind dafür nicht nötig. Das unerfreuliche Resultat ist, dass man als Fußgänger dann auf der Straße gehen darf. Oder aber im Dreck, was an einem Regentag wie heute ganz besonders lustig ist.

Rote Ampeln werden außerdem maximal als Empfehlung gesehen. Das bedeutet, dass man als Fußgänger zwar kaum warten muss, man kann eigentlich mit ein bisschen Vorsicht immer über die Straße latschen, kein Autofahrer beschwert sich darüber. Andererseits sollte man sich auch bei einer Grünphase nicht darauf verlassen, dass man ungefährdet ist. Ein einzelner Fußgänger ist für einen französischen Autofahrer nicht unbedingt ein Hinweis, eine rote Ampel ernst zu nehmen.

Französische Studentenheime...

...haben keinen Internetzugang. Schlimm, das. Das ist der Grund für die lange Pause zwischen dem letzten Eintrag und diesem. Ein wenig teuer ist's hier im Internetcafé, ein wenig unpraktisch, aber ich kann mein blog ja nicht die ganzen 3 Wochen im Stich lassen, die es angeblich noch dauert, ADSL in meinem Wohnheimzimmer herstellen zu lassen.

Warum Studentenheim? Weil alles immer ganz anders kommt, als man denkt. Das Appartement, das Maria als toll, wunderbar und großartig bezeichnet hatte, war...naja, ganz ganz grauenhaft. Deshalb nun doch Studentenheim. Das ist ganz ok - bis auf oben beschriebenen Mangel. Man kann sich aber eine Telefonleitung ins Zimmer legen lassen - was ich gemacht habe.

Ansonsten habe ich mich schon recht gut an die neue Umgebung gewöhnt, und warte auf meine erste französische Vorlesung, die heute um 14h beginnt.

Natürlich gäb's gerade jetzt noch viel, viel mehr zu sagen, aus Kostengründen muss ich vorerst jedoch darauf verzichten.